Eine Gedächtnisstörung ist eine funktionelle Verminderung vom Gedächtnis zu einem bestimmten Inhalt oder Zeitpunkt. Weil es im Gehirn keinen isolierten Speicherort hat, sondern im Verbund zahlreicher Areale, Nervenzellen sowie deren Verknüpfungen untereinander entsprechend gespeichert wird, ist es möglich, dass besonders viele verschiedenartige Umstände und Strukturen Teil einer Gedächtnisstörung sind. Ein kompletter Gedächtnisverlust wird als Amnesie bezeichnet. In der Regel umfasst dieser eine begrenzte Zeitspanne, an welche sich der Betroffene nach intensivem und bestem Bemühen sowie ebenso nach langer Zeit keineswegs erinnern kann.

Wie unser Gedächtnis funktioniert

Durch das Gedächtnis wird alles Erlernte und Erlebte so gespeichert, dass es möglich ist, sich im Lauf des Lebens stets erneut in Bruchteilen von Sekunden und unbewusst abchecken zu können, ob man schon Vergleichbares erfahren hat, damit daraufhin ein gespeichertes Handlungsmuster abgerufen werden kann. Oder ob eine entsprechende Situation für einen völlig neu ist, sowie eine neuartige Handlungsstrategie erfordert. Das Unterscheiden in Langzeit- und Kurzzeitgedächtnis ist allgemein bekannt. Jedoch wird inzwischen ebenso ein sensorisches Gedächtnis als eigenständiges Speichersystem betrachtet. Man hat die Möglichkeit, Ereignisse und Fakten zu speichern genauso wie komplexere Fertigkeiten und Abläufe, welche ohne nachzudenken anwendbar sind. Weil man während des Lebens unzählige Situationen erlebt, Erfahrungen macht, Dinge lernt und Menschen kennenlernt, ist das Vergessen sozusagen ein Säubern der Festplatte, damit die Menge der gespeicherten Erinnerungen keineswegs ausufern und ein normaler Vorgang beim Erinnern gegeben ist.

Auslöser und Behandlungsmöglichkeiten bei Gedächtnisstörungen

Im Rahmen zahlreicher Zustände und Erkrankungen kann die entsprechende Gedächtnisstörung vorkommen und ist keinesfalls auf das Altern beschränkt. Bei einem Sturz ist es möglich, dass eine Gehirnerschütterung bereits als Kind zum akuten Gedächtnisverlust führt. Selbst wenn eine Epilepsie vorliegt, kann stets erneut eine Gedächtnisstörung auftreten, genauso wie eine heftige Migräneattacke eine Amnesie hervorrufen kann. Hier vermutet man, dass der temporär leichte Sauerstoffmangel der Auslöser für ein Versagen des Speicherns sowie des Wiederabrufens ist. Selbst das teilweise längerfristige Einnehmen von Suchtmitteln und Medikamenten, wie vor allem Benzodiazepine, Morphine und Alkohol, können Gedächtnisverlust zur Folge haben. Es ist möglich, dass eine andere Ursache für Gedächtnisstörungen traumatische Erlebnisse sind, in welchen das Gehirn wahrscheinlich auf seine Art den Menschen vor fast nicht erträglichen Bildern und Erinnerungen schützt. Wie andere Funktionen und Organe kann das Gedächtnis bis zu einem bestimmten Grad trainiert werden. Dazu fasst man die bekannten Verfahren unter der Bezeichnung Memotechnik zusammen. Es gibt hier noch so zahlreiche einzelne Methoden, dass alle Menschen für sich etwas herausfinden können, was ihnen besonders liegt und ebenso beim Trainieren noch Spaß macht. Weil im Gehirn die Speicherungen umso wirkungsvoller sind, desto entspannter und besser die Grundstimmung zu dem Zeitpunkt des Speicherns ist, bereitet das Trainieren und Lernen in hervorragender Stimmung keineswegs lediglich mehr Freude, sondern dabei kann man sich auch viel mehr merken.