Die Faszien sind das menschliche kollagene Bindegewebsnetzwerk, welches den gesamten Körper wie eine netzähnliche Struktur durchzieht und diesem Elastizität, Form und Halt gibt. Man findet die Faszien unmittelbar unter der Haut. Sie können den Körper beweglicher machen, ihn stärken und die Muskeln vor Verletzungen schützen. Ein gesundes Bindegewebe überzeugt durch Elastizität und Festigkeit. Es hat für die Beweglichkeit und die Verletzungsanfälligkeit des Körpers eine große Bedeutung. Das gilt vor allem für Sportler, welche mit ihren Körper öfters an die Grenzen kommen. Wenn die Faszien verklebt sind, weil wir diese keineswegs genügend trainierten, können Verspannungen vorkommen und man ist anfälliger für Zerrungen.

Definition von Faszientraining

Mithilfe des Faszientrainings wird demnach gezielt gegen Verklebungen vom Bindegewebe vorgegangen. Im Vergleich zu den gewöhnlichen Dehnübungen, welche zahlreiche Sportler schon in deren Training einbinden und welche den Muskel dehnen, wird bei dem Faszientraining das Bindegewebe umfassend bearbeitet. Man nimmt sich dazu einen Faszienball oder eine Faszienrolle zur Hilfe und übt auf das Gewebe Druck aus. Hierdurch regt man die Durchblutung an und die Verklebungen werden gelöst. Wenn die Faszien sehr verlebt sind, kann das am Anfang des Trainings auch mal ein bisschen schmerzhafter sein. Da wird empfohlen, sich langsam heranzutasten. Jedoch bedeuten größere Schmerzen ebenso stärkere oder mehr Verklebungen. Damit weiß man, dass man exakt an der richtigen Stelle trainiert. Im Lauf der Zeit lässt jedoch der Schmerz nach, weil die Verklebungen gelöst werden. Häufig sind bei Frauen die Oberschenkelaußenseiten von verklebten Faszien stark betroffen, wodurch es an der Stelle oft mehr schmerzt, als beispielsweise an den Waden. Jedoch sollte man sich trotz überlegen, genau hier anzugreifen, weil verklebte Faszien gerade an dieser Stelle ebenso die ungeliebte Cellulitis fördern, welche man mit gezieltem Training zwar keineswegs unbedingt vollständig weg bekommt, jedoch dennoch vermindert werden kann.

Für wen sich das Faszientraining eignet?

Weil man von einem gesunden Bindegewebe lediglich profitieren kann, eignet sich das Faszientraining für jeden. Vor allem für Sportler ist das regelmäßige Einbinden des Faszientrainings in das Sportprogramm empfehlenswert, weil es für mehr Kraft und eine bessere Beweglichkeit sorgt sowie zugleich das Verletzungsrisiko verringert. Zudem wird aufgrund eines starken Bindegewebes die Regenerationszeit nach dem Trainieren verkürzt, wodurch man rascher fit für die kommende Trainingseinheit ist.

Faszienball und Faszienrolle

Man kann die Faszien mit einem Faszienball oder mit einer Faszienrolle trainieren. Letztlich ist der Effekt derselbe: Die Beweglichkeit des Körpers wird erhöht und die entsprechenden Verklebungen lösen sich. Es können auch Blockaden oder Verspannungen gelöst werden, wodurch eine Verbesserung der Lebensqualität erfolgt, weil man weniger oder keine Schmerzen hat und keineswegs mehr im Alltag eingeschränkt ist. Die Faszienrollen sind größer im Gegensatz zu den Bällen. Daher ist es möglich, mit diesen großflächigere Körperregionen oder Muskeln gut zu trainieren, wie etwa den Rücken oder die Beine. Die Faszienbälle hingegen sind super für den Nacken geeignet. Oder man greift zum Faszien-Doppelball, der das Bindegewebe links sowie rechts die Wirbelsäule trainiert.

Wie man die Faszien effektiv trainieren kann?

Die Faszien trainiert man am effektivsten möglichst täglich mit einer geeigneten Faszienrolle. Wichtig ist daran zu denken, dass der Schmerz, welcher durch das Training ausgelöst wird, gewollt ist, weil exakt dadurch die Verklebungen gelöst werden. Und da, wo es am häufigsten schmerzt, hat man es am Nötigsten. Trotzdem sollte man beachten, dass man den Schmerz aushalten kann und sich nicht foltert. Denn sonst wird man schnell das Faszientraining beenden und das Bindegewebe keineswegs verbessern können.